Keoma, du bist der Sohn einer gottverdammten Hure!

Keoma vs. Mc Quade

Freddy vs. Jason: lächerlich? Alien vs. Predator: albern? Keine Ahnung. Ich habe beide nicht gesehen und sie stehen auch nicht auf meiner Liste. Seit King Kong vs. Godzilla (den habe ich natürlich) ist sowieso alles andere überflüssig.

Oder?

Die 70 und 80er Jahre – des öfteren schon im retroperspektiven Fokus über alles andere gestellt –  sind lange her. Doch sie haben zwei Filme in meinem kleinen Hirn abgespeichert, die seit langem auf meiner Liste standen. Beide mussten unbedingt noch mal gekuckt werden. Das ist nun passiert.

Keoma

Keoma vs. alle anderen. Ungeschnitten. Sogar gegen seine Brüder. Gegen die Hoffnung. Und gegen das Leben. Ob Castellari (Regie) damals schon wusste, dass er mit einem der letzten Italowestern ein Werk schaffen würde, das die bitteren Aspekte des (männlichen) Lebens derart frustrierend auf die gnadenlose Leinwand bannt? Ich schätze nicht.

Keoma, du bist der Sohn einer gottverdammten Hure!

Mc Quade

Der erste Teil von Der Pate ist zweifelsohne der beste. Das stellt niemand in Frage. Dennoch komme ich immer wieder auf den Gedanken, dass ich die gesamten drei Teile (10 Stunden?) nur deswegen noch mal kucken sollte, um das fulminante Ende ein weiteres Mal genießen zu können.

Bei J. J. Mc Quade ist das anders. Zwar ist es genauso. Aber auch mehr. Auf der Reise zum Filmende werden Leckerbissen geboten, da schreit einem die Heroik nur so ins Gesicht. Wenn es einen Film gab, in dem die amerikanische Welt ihre Unverwundbarkeit und Unüberwindbarkeit offenbaren wollte, dann hiermit. Und wahrscheinlich auch wieder ohne es zu wissen.

Und dann das Finale: nicht Jason, nicht Freddie, nicht Godzilla und auch nicht King Kong. Nein.

Chuck Norris vs. David Carradine.

Im Endkampf: Norris, der gute Texas Ranger. Carradine, der böse mMnschenverachter. Und der Carradine ist auch noch so dämlich und Haut ins Gesicht von Norris seiner Tochter. Mitten ins Gesicht. Da wird ausgeflippt.

Musik

Die Filmmusik in beiden Filmen ist atemberaubend. Kirchenorgeln im Final Fight. Eine sonore Männerstimme, die Wort für Wort mitsingend erzählt, was im Film soeben passiert. Manchmal von einer weiblichen Lerche abgelöst. Dann wieder dramatisches Orchester, so dass eigentlich Clint Eastwood kommen müsste. Aber es kommt Mc Quade. Das ist kein Western. In dem singt ja die Lerche.

Den O.S.T. von Keoma höre ich schon seit Jahren immer wieder. Den von Mc Quade muss ich mir nun mal besorgen gehen. Also schwinge ich mich auf mein Pferd (das mit dem zuschaltbaren Turbolader) und reite in die Stadt.

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